Lebenszeit 2009

Ich habe heute mal „Zeit“ gehabt. Da wurde mir mal wieder bewusst, wie wichtig es ist, sich Zeit zu nehmen. Nicht „Zeit für die wichtigen Dinge im Leben“ oder sowas Großspuriges, nein, einfach nur ZEIT.
Die Zeit in der Sonne zu stehen, sie auf dem Gesicht zu spüren und dabei das vorbeiziehende Straßenleben zu beobachten.
Einen netten Buchhändler habe ich zum Beispiel gesehen, der sich mit einer Kundin unterhielt und dabei an einem „Coffee-to-go“ nippte. Alte Menschen, junge Menschen, Menschen, die auf die Uhr schauten, auf den Boden oder ins Leere. Ein paar haben mich angesehen, die meisten nicht.
Manche Menschen scheinen Angst davor zu haben sich Zeit zu nehmen. Dafür gibt es verschiedene Gründe, schätze ich. Ich würde das jedem nur empfehlen, sich einen Moment Zeit zu nehmen um wahrzunehmen.

Aber wie ich kürzlich beim Hören einer Sendung meines Lieblingssenders Deutschlandfunk gelernt habe, ist „Zeit zu haben“ heute etwas Abwertendes. Kurz gefasst diskutierte man da: Habe ich Zeit, bin ich nicht begehrt, nicht beliebt, nicht unentbehrlich. Das ist nicht meine Auffassung und ich halte das für eine eher krankmachende Haltung, weil das irgendwann in Stress ausarten muss…

Ich arbeite auch viel – ja auch Künstler tun das 😉 – und wenn ich mal „nichts tue“, kommen mir  die besten Ideen und ich tanke Kraft und das gute Gefühl, dass die Welt so schön sein kann.
Das ist auch etwas, was ich dringend brauche, denn es gibt im Alltag und „global-galaktisch“ betrachtet so viele Dinge die gar nicht schön sind.
Wenn ich mir Zeit nehme, spüre ich das Leben sozusagen – ich liebe das! In der Meditation nennt man das „die Pause zwischen dem endenden Gedanken und dem neuen“ – schöner Moment!
Und das Seltsame dabei ist, dass ich gerade sonst überhaupt nicht weiß, ob das, was ich mache „gut“ ist, wie mein Leben eigentlich genau zukünftig „aussehen soll“, ich habe keinen „Plan“ und trotzdem, in dem Moment, als ich an der Bergmannstraße stand und die Sonne auf mich schien, war ich glücklich.

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