Bernsteintränen von ariane Zuber - Ei-Tempera-Öl auf Leinen

Wie verkauft man Bilder?

Bernsteintränen von Ariane Zuber - Ei-Tempera-Öl auf Leinen

Bernsteintränen von Ariane Zuber - Ei-Tempera-Öl auf Leinen

Kürzlich habe ich eine meiner Arbeiten verkauft, was mich einfach mal freut. Das kommt ja zum Glück öfter mal vor, aber was ich aber mal wieder verblüffend finde ist, dass es ein Bild ist, von dem ich nicht gedacht hätte, dass es sich als erstes aus der aktuellen Ausstellung verkauft.

Manche Leute denken ja, man kann das steuern, aber ich finde, genau das kann man eben nicht. Dies ist ein Bild, das ich sehr mag, es ist auch so farbintensiv, wie ich es mag, aber nicht alle anderen 😉
Bei einigen Bildern, die ich persönlich sehr spannend finde, habe ich oft das Gefühl, die bleiben lange bei mir, weil sie sehr „speziell“ sind, viele Leute gehen an meinen „blasseren“ Bildern vorbei und sagen, oh wie schön, es bleibt aber hängen. Dann komme ich mit sowas wie die „Bernsteintränen“ und denke mir, oh, schwierig zu verkaufen und schwupp – weg isses 😉
Verblüffend, aber schön…

Ich mag das Bild, auch weil es eine spannende Geschichte illustriert – es kommt aus „OVIDs METAMORPHOSEN“, ein Klassiker. Es heisst auch das Buch der Wandlungen und ein der Geschichten ist die, dass der Sonnengott mit einer Sterblichen einen Sohn zeugt, der wächst vaterlos auf und stellt seine Mutter eines Tages zur Rede, wer denn sein Vater sei, sie sagt ihm, es sei der Sonnengott. Er glaubt Ihr nicht und sie schickt ihn zu seinem Vater, beschreibt ihm den Weg und er zieht los.
Schließlich kommt er bei seinem Vater an und der sitzt im Kreise der Götter an einer Tafel, der Sohn fragt ihn, ob er denn wirklich sein Vater sei, und der freut sich überschwänglich und sagt, ja, ich bin Dein Vater und jetzt darfst du Dir was wünschen, als Beweis meines Wohlwollens. Prima, sagt der Sohn, dann will ich den Sonnenwagen fahren (die Sonne war ein himmlisches Feuer auf einer Kutsche). Der Vater sagt, oh, nein, das ist gar kein gute Idee, dafür bedarf es göttlicher Kräfte und Übung und so weiter, der Sohn aber bleibt hartnäckig und sagt, aber Du hast es mir versprochen und alle Götter waren Zeugen. Tja, was soll der Gottvater da machen? Er muss zustimmen. Also setzt sich der Sohn auf den Kutschbock und los geht’s…
Natürlich muss das schief gehen, es gibt ein paar Verbrennungen auf der Erde, das Meer verdampft stellenweise und so weiter, der Sohn stürzt letztlich ab und stirbt unter den Trümmern des Sonnenwagens – hat was von einer Kometenkatastrophe, finde ich. Alle sind furchtbar betroffen, einige Ernten sind auch vernichtet, jedenfalls trauert dann die Mutter mit sonstigen weiblichen Verwandten lauthals – und jetzt kommen wir zum Gegenstand des Bildes – die Frauen trauern und schreien und tagelang, monatelang hören sie nicht auf, da beschweren sich die Götter, es solle Ruhe sein, es wäre nun genug getrauert und die Damen sollten in ihr Leben zurückfinden. Aber die Frauen klagen stets und ständig weiter, bis der Gott schließlich kurzerhand die Frauen in Bäume verwandelt, in der Bewegung erstarren sie langsam und schließlich verschließt die Borke die Münder und es herrscht Ruhe. Die Tränen der Frauen aber verwandelt der Gott in Bernstein und so entstand laut Ovid der Bernstein…

Noch eine kleine Anekdote zur Geschichte:

Schräg finde ich in diesem Zusammenhang, dass der Junge Phaeton heisst und die Geschichte endet ja nun nicht so glücklich, aber VW hat einen Wagen aus seiner Produktion Phaeton genannt – wenn ich abergläubisch wäre, wäre dieses Auto definitiv NICHT meine erste Wahl 😉

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s