Cyane 80x100 cm auf Leinwand gemalt von Ariane Zuber

Cyane und wie ich die Sache sehe…

Ovid und ich sind uns nicht immer einig 😉 Das Buch „Metamorphosen“ fand und finde ich auch immer wieder inspirierend, aber ich habe mir ja bei den Bildern auch gerne mal Alternativ-Varianten ausgedcht.
Da ich ja nun neulich in Zerben meine Anekdoten zum Besten gegeben habe und dieBesucher das alles ganz spannend fanden, werfe ich das hier mal dem virtuellen Nirvana zum Fraß vor 😉

ALSO….im Original geht die Geschichte der Cyane, deen Bild ich vor einigen Jahren malte, etwa so:
Cyane liegt nahe Pisas Quell Arethusa, eine geschlossene Bucht, die ragende Hörner verengen.
Dort lebte Cyane, hochberühmt vor allen sizilischen Nymphen, diese nun war dummerweise zugegen, als Pluto Persephone entführte, aus der Mitte der Flut sich bis an die Hüften erhebend rief, als der Gott nun dringend mit seinem Wagen durch den weiher preschen wollte: ‚Nicht weiter des Weges!Darfst du Ceres zum Trotz ihr Eidam werden? Nur bitten stan dir zu, nicht Raub.
Cyane sprach’s, und die Arme gestreckt versperrt sie ihm den Weg. Da hielt der Saturnier länger den Zorn nicht, sondern er trieb sein grauses Gespann, an und das Königsszepter  schwang er mit kräftigem Arm und schleudert‘ es tief in den Strudel.
Siehe, zum Tartaros öffnete sich die getroffene Erde Und gab mitten im Schlund Aufnahme dem stürzenden Wagen.
Cyane nun trug Leid um der Göttin Raub und der Quelle und fühlt sich so missachtet und sie trägt untröstliche Wunde. Dann still in verschwiegener Brust und verzehrt sich völlig in Zähren, und in die rinnende Flut, darinnen sie eben als Gottheit
waltete, wird sie verdünnt. Man sah, wie der Leib sich erweichte, biegsam ward das Gebein, und die Nägel die Härte verloren,  und von der ganzen Gestalt wird flüssig zuerst, was am dünnsten, erst ihr bläuliches Haar, dann Finger und Schenkel und Füße – Gliedern von schmächtiger Art ist ja leicht, in kaltes Gewässer überzugehn. Die Schultern darauf und Rücken und Seite schwinden hinweg und die Brust zu rieselnden Bächen geschmolzen.
Schließlich ersetzt das lebendige Blut im versehrten Geäder Wasser, und übrig ist nichts, was wäre mit Händen zu greifen.

Soweit Ovid…

Ich sehe das anders 😉 zwar löst sich Cyane auf meinem Bild auch auf, aber nur, um erneut und mit mehr Kraft wieder aufzustehen. Oder man stelle sich vor, die mutiert, weil in der Nähe der Quelle ein Bösewicht Schmutzwasser in selbige leitet – oha, da kann sich allerhand ganz überraschend anders entwickeln…

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