Das Atelier als Hexenküche…

Zwar habe ich in letzter Zeit mehr kleinere und auch – für meine Verhältnisse – experimentelle Arbeiten gemacht,  aber irgendwas ist aus diesen Zwischenstationen entstanden und brodelt so in meiner inneren „Hexenküche“ vor sich hin und will raus – keiner – ich am allerwenigsten – weiß wann und was genau aber das ist ja meistens so -an der Kunst fand ich das schon immer spannend, ist manchmal wie in der Alchemie.  Zur Zeit aber ein ziemlicher Balance-Akt zwischen Handwerker-Terminen, selber renovieren und Öffnungszeiten des halb fertigen Ateliers…aber es wird langsam ein übersichtliches Abarbeiten, das ist schon mal viel wert.

Um also bald zur Tat bzw. nächsten großen Leinwand schreiten zu können, habe ich heute einen weiteren Teil meines Ateliers aufgeräumt oder besser gesagt Malmaterialien sortiert und eingeräumt, die Staffelei positioniert, Leinwände herausgesucht, das hat meistens eine positive Wirkung auf mich 😉 dabei ist mir neben meinem Skizzenbuch auch der Kolonialkalender von 1916 in die Hand gefallen. Bei Art Journal Journey ist das Thema für Juni „Feminin und Maskulin“. Maskulin – heute schwieriger zu beantworten als damals, finde ich. Aber damals waren zum Beispiel  Entdeckergeist, Macht, Mut, Ehre eindeutig männlich belegt – und Schnauzbart war definitiv maskulin 😉

So kam ich zu einem weiteren Motiv in meinem kleinen kreativen Buch. Der Kolonialismus hat mich schon öfter beschäftigt, ein interessantes Stück Geschichte mit Langzeitwirkung, es gibt ja auch durchaus Parallelen zwischen dem Kolonialismus und der Globalisierung – darüber haben schon schlauere Leute als ich ganze Bücher geschrieben – ein sehr interessantes und diskussionswürdiges Thema. So ergab es sich, dass ich mir für die Darstellung von maskulin einen kolonialen Herrn ausgesucht habe. Als ich in dem Kalender so blätterte, habe ich schon „die Ohren angelegt“ bei den Zitaten, die da so zu lesen waren. Eins habe ich mir dann mal herausgepickt:
Das oberste Gesetz für den Weißen in Afrika heisst Selbstbeherrschung…

Kolonialherr von Ariane Zuber

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15 Gedanken zu “Das Atelier als Hexenküche…

  1. Alles im Leben muss wachsen….dein Atelier, dein nächstes Werk, ein Damen- oder Herrenbart…und Selbstbeherrschung ist auch im 21. Jahrhundert eine hilfreiche Tugend. Ich hoffe, Du zeigst uns dann mal Fotos von deinem Atelier….liebe Grüsse Erika

  2. Deine illustrierte Seite ist ein Hit- die Uniform, der Bart der Totenkopf vorne… das Gewähr..
    oh ja —alles sehr männlich… wenn man alte Schriften liest – das ist teilweise sehr befremdend für uns heute.. hab ein altes Biobuch kurzlich gurchgeblättert und etwas reingelesen… da hab ich auch mit den Ohren geschlackert teilweise.
    Danke für eine so schöne illustrierte Seite zur Art Journal Journey Challenge und viel
    Freude und gutes Gelingen mit dem Atelier!
    Lieben Gruß
    Susi

  3. ooohh was für eine schöne seite,gefällt mir total,alles sehr männlich,und ja ich muss auch mit ein paar barthaaren kämpfen,was solls,gell??ich bin auch schon neugierig auf dein atelier.

    glg jeannette

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