Das Dasein auf dem Blatt Papier…

Früher, also gefühlt etwa 100 Jahre her, habe ich Tagebuch geschrieben. Eigentlich eine gute Sache, um die Welt zu begreifen, sich Dinge und Gefühle von der Seele zu schreiben und damit auch zu relativieren. Leider fand meine Stiefmutter, dass es eine super Idee sei, mein Tagebuch zu lesen und – um ehrlich zu sein, sie kam dabei auch nicht so gut weg – wenn man sich was von der Seele schreibt, ist man nicht unbedingt zimperlich, aber man, also genauer gesagt ich, habe auch geschrieben, um die Emotionen los zu werden, was nicht bedeutet, dass ich sie so leben wollen würde. Egal, mindestens 100 Jahre her, ich hatte jedenfalls viel Ärger deswegen…

Also habe ich lange damit aufgehört, mich schriftlich oder bildlich auszulassen, dann fing ich wieder damit an, mit dem „Be“schreiben der Tage, meiner Gefühle und dann hatte ich zwei Kisten voller Bücher und dachte, jetzt reicht’s auch mal wieder.

Aber die Wahrheit ist: Ich kann nicht ohne, entweder muss ich malen oder ich muss schreiben – oder am Besten beides 😉 Mittlerweile bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass manche Dinge auch gezeichnet ganz gut gehen, ich muss nicht alles auf Leinwand bannen, Papier ist auch reizvoll. So fing das mit dem an, was heute allgemein Art Journaling genannt wird. Aber da legt man ja Wert auf das Wort, das unbedingt dabei sein muss, daher ja Journaling. Auch nicht der Weisheit letzter Schluss für mich, ich habe nicht immer das passende Zitat dabei, also mache ich eine Skizze – eigentlich, oder einen Entwurf.

Die Welt „Be“greifen funktioniert für mich viel besser mit Worten und Symbolen und Bildern. Ich will aber nicht mehr soviel schreiben, ich denke sowieso zuviel 😉 also habe ich eine Idee entwickelt, naja, wieder aufgegriffen, aber anders.
Ich habe mal eine Serie erarbeitet, die hiess „Das Rote Kleid“, es waren Bilder auf Leinwand von einer Frau im roten Kleid, die mir überraschend ähnlich sah und die sich in verschiedenen Situationen wiederfand, die teilweise recht surreal waren. Schön, aber geht nicht als Dauer für ein monatliches Abarbeiten diverser Gedanken, Erlebnisse, denn ich male nicht so schnell, wie ich zeichne. Zeichnen ist spontaner, was mir mit den Jahren immer besser gefällt, wobei malen immer bleibt, aber zeichnen eben dazu kommt.

Mein diesjähriger Minimal-Plan ist also, eine monatliche Tagebuchseite zu zeichnen, angelegt als Doppelseite, auf Papier, mit sparsamen Texten versehen, aber mit meiner Frau im roten Kleid – nur gezeichnet. Also Illustration oder am Comic orientiert. Sie heisst eigentlich „Morphissima“, weil sie sich immer verändert, so wie die Welt um sie herum immer im Wandel ist.

Charakter_rotesKleid_ArianeZuberSpontan habe ich dann mal einen Entwurf gezeichnet, der zwar noch nicht perfekt ist, mir aber als Basis ganz gut gefällt. Sie hat jetzt eine Jacke bekommen, ist ja noch kalt, ich habe diese Jacke, die man auch zu einem Mantel umfunktionieren kann auch tatsächlich und zwar aus einem Theaterfundus und liebe sie heiss und innig, deswegen darf sie ausnahmsweise mal das rote Kleid bedecken.
Am Ende des Jahres binde ich die 12 Monats-Seiten dann zu einem Buch und freue mich, dass Tagebuch führen auch platzsparender, weil konzentrierter geht als früher, ich freue mich und arbeite schon am Januar 😉

 

Außerdem habe ich bei einem meiner letzten Spaziergänge einen wunderschönen Rolls Royce „Silver Shadow“ gesehen, ihn fotografiert und dann ein Bild daraus entstehen lassen – Emily fliegt 😉 Es ist eine Leinwand, auf die ich mein bearbeitetes Foto übertragen habe um es danach mit Diaphoto-Farben zu übermalen. Tolle Patina-Effekte sind dabei entstanden, passend ausgewählt zu diesem wunderschönen historischen Modell des Rolls Royce Silver Shadow.
Die Idee der Übertragung und Überarbeitung mit Fotofarben kam mir, weil man ja soviele Fotos mit digitalen Kameras macht, die dann aber auf Festplatten „vergammeln“. Auch als Druck sind sie nicht so befriedigend, nicht mal auf Leinwand. Aber mit einer stimmungsvollen Überarbeitung sind sie eine wunderbare und wirklich einzigartige Erinnerung und noch eine die Laune hebende Dekoration für die heimischen Wände , wie ich finde.

In diesem Sinne ein beflügelndes Wochenende und Happy Paint Party Friday.

Emilyfliegt_web_ArianeZuber

 

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6 Gedanken zu “Das Dasein auf dem Blatt Papier…

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